AB1: Der Flügelschneckenturm

Früher stand die ganze Wüste unter Wasser und die Wüste war also Meeresboden. Da hatte ein Zauberer und Gottesanbeter einen Turm, der war eine Flügelschnecke aus grünem Glas. Draußen dran waren Pocken und Spiralmuster und Muscheln, manche echt, manche ins Glas getrümmert. Die Spitze durchstieß die Wasseroberfläche. Innen war der Schneckenturm voller Wasser. Oft stand der Zauberer und Gottesanbeter über den Wellen des Urmeeres und schaute in die Luftwelt. Er betete falsch, da kam ein Komet von einem wütenden Gott und schlug das Meer weg und verdampfte es. Alles wurde Wüste. Nur der Turm blieb noch übrig. Rund um den Turm ist ein Salzgarten, von dem Wasser, das da raus durch den Wüstensand sickert. Die Tür ist aus schwarzem Glas und kann sprechen und hexen. Öffnet man die Tür, steht Wasser im Rahmen und kommt nicht raus. Wer drei Nächte im Salzgarten schläft, bekommt Kiemen und Schuppen und verwandlte sich binnen sieben weiterer Tage in einen Fisch. So kommt man in den Turm — man kann aber auch draußen dran hochklettern. Dabei wird man von Mäulern im Turm, von Flugechsen und Schwindel und Wind und Wetter angegriffen. Drinnen im Turm gibt es Meeresgetier, das Laboratorium des Gottesanbeters, den Geist des Gottesanbeters und den Gott des Gottesanbeters als Fetisch. Züchtungen des Gottesanbeters sind vor tausenden Jahren schon ausgebrochen und leben jetzt als intelligentes Leben im Turm. Sie glauben, der Turm ist die Welt. Alle Wüstenstämme rund um den Turm bringen jeden um, der die Tabuzone um den Salzgarten verletzt. Entfernt man den Fetisch aus dem Turm, verdampft alles Wasser binnen eines Tages und einer Nacht und zurück bleibt eine schneckenförmige Salzsäule, an der alle Menschen und Tiere lecken. Von dem Salz wird man aber krank und irre und macht sich auf die Suche nach dem Fetisch,während man zu einem laufenden Salzwesen wird.